Liebes Corona-Tagebuch ...

Liebes Corona-Tagebuch.
Heute war ich impfen.

Und damit beginnt nun für mich - so hoffe ich - eine Zeit, wo ich nicht länger immer zur Teststraße pilgern muss, wenn ich einen neuen Haarschnitt brauche.


Seit über drei Monaten laufen die Impfaktionen und haben bei Hochrisikofällen angefangen dann die älteren Jahrgänge bis zu den jüngeren die Möglichkeit einer Immunisierung geboten.
Von Anfang an war ich beim Impfportal der Stadt Wien registriert und hatte bisher vergebens auf eine Meldung über freie Termine gewartet. Das war ein bisschen frustrierend, weil die Verwandtschaft auf dem Lande schon vor über einem Monat zumindest die erste Impfung erhalten hatte.

Doch ich bin letztendlich froh, dass in der Großstadt strukturiert vorgegangen wird, und nach Prioritäten geimpft wird, und zugegeben, Priorität hatte ich “zum Glück” keine.

Es gab übrigens zwei Möglichkeiten, vorgereiht zu werden.

  • Die eine wäre das Zusammenleben mit einer Schwangeren.
    Hmm, heißt also, man hätte sich von der Pandemie “freivögeln” können …
    F*ck”, warum ist mir das nicht früher eingefallen!
  • Mit einem Bodymaß-Index von über 32 (glaube ich) wäre man dann als “Fettgefressener” mit Risiko ebenfalls schon früher dran gewesen. Ja, das wäre schon greifbar nahe gewesen, denn die Pandemie hat mir mit über +10 kg aus Fertigfutter nicht gerade gut getan.

Impfzentrum im Wiener Austria Center

Unweit von jener Filmkulisse, wo der frühere König von Wakanda im Film Captain America - Civil War getötet und am Ende sein Sohn eine bedeutende Rede gehalten hatte, hat Wien sein größtes Impfzentrum eingerichtet. (Man könnte auch sagen: Gleich neben dem UN-Gebäudekomplex in Kaisermühlen, aber das kennt dann wieder keiner).

Wenn man aus der U-Bahn (U1) aussteigt, ist man in weniger als 5 Minuten am ersten Checkpoint, den man ob der vielen Schilder nicht verfehlen kann.

Meine Prozedur war folgende:

  • Mit der Anmeldung zum Termin erhielt man eine Liste der mitzubringenden Dinge, die da waren: E-Card, Lichtbildausweis, Impfpass, FFP2-Maske und ausgefüllter Impffragebogen.
  • Der Fragebogen stellte die üblichen Fragen nach Versicherungsnummer und Vorerkrankungen. Ich konnte ihn mir zu Hause ausdrucken, ausfüllen und unterschreiben.
  • Vor dem Austria-Center gab es mehrere abgegrenzte Schlagenwege, an deren Eingang ein Security-Mitarbeiter das E-Mail oder die SMS mit dem Impftermin sehen wollte.
  • Danach wurde man zügig zu einem von vielen Baucontainern gelotzt, wo die Personaldaten geprüft wurden und man eine farbige “Nummer” mitbekam.
  • Mit der Nummer ging es dann weiter zu einem Gebäude mit eine Schild mit der eigenen Nummernfarbe davor und dort schickte einen der dort stehende nächste Security-Mitarbeiter zu einem der vielen Schreibtische im Saal.
  • Hier wurde dann der Impfpass geprüft und der Sticker für die COVID19 Impfung eingeklebt. Ich habe dabei auch gleich einen neuen gelben Impfpass bekommen, weil mein alter tatsächlich schon fast voll war, da hier von meiner Geburt an alles eingetragen wurde.
  • Nun ging es 30 Meter weiter zum nächsten Schreibtisch, wo das “ärztliche Vorgespräch” stattfand. Nachdem mein Fragebogen keine Außergewöhnlichkeiten aufwies und ich nochmals erfuhr, dass es Nebenwirkungen wie jene eines grippalen Infektes geben kann, wurde meine Impfung freigegeben und ich marschierte ein paar Meter weiter zu einer Impfkabine.
  • Tja und dann hieß es nur noch “Ärmel hochkrempeln”. Tatsächlich habe ich den Stich überhaupt nicht gespürt, was bei meiner Wehleidigkeit selten ist, und die Sache war somit in fast unter einer Minute vorbei.
  • Auf der anderen Seite der Kabine waren in großen Abständen Stühle aufgestellt, wo die Geimpften noch 15 Minuten abwarten sollten. Wenn es zu Impfreaktionen kommen würde, wären Sanitäter und Ärzte bereit um zu helfen.

Das war also meine erste COVID-19 Impfung. Ein Vorgang von etwa 30 Minuten. 15 Minuten um durch die Schlangenwege zu den gerade freien Registrierungsstellen zu kommen und 15 Minuten Chill-Phase für danach.

Was das anbelangt muss ich der Organisation ein großes Lob aussprechen. Ich hatte erwartet, dass ich mich mal ein halbe Stunde wo anstellen muss, bis ich mich erstmals ausweisen muss.
Doch da an allen Checkpoints mehrere Stellen, Container oder Schreibtische bereit standen, wurde immer einer frei, wo mich ein Helfer sofort hinwinkte. Somit war die Wartezeit wie auch die Bearbeitungszeit pro Checkpoint immer zwischen einer und fünf Minuten … also kaum messbar.

Fazit

Mag sein, dass es am Anfang der Aktion länger gedauert hat bzw. der Andrang größer war, doch auch bei meinem Termin, heute um 12:35, waren viele Menschen vor Ort … aber eben genau so viel, wie das System bearbeiten konnte. Eine gute Terminplanung ist also schon was wert.

Ich kam außerdem noch fast eine halbe Stunde zu früh und wurde trotzdem gleich durchgewunken, da ich ja nicht gedacht hatte, so schnell ans Ziel zu gelangen. Und ich habe auch noch einen neuen Impfpass bekommen und bin damit für die Zukunft gerüstet.

Vaccination-Certificate

Inzwischen ist es Abend geworden und etwa zwei Stunden nach der Impfung hat dann mein linker “Impf-Arm” wie erwartet leicht zu schmerzen begonnen. So als wäre man wo dagegengelaufen und hätte sich einen Bluterguss geholt.
Ich werde nun also weniger oft mit dem Arm etwas hochheben und erwarte, dass die “Impfprellung” in ein paar Tagen wieder abklingen wird.

Ansonsten fühle ich mich gut und kann auch meiner Arbeit nachgehen. … also alles reine Routine.


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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!