Pinebook Pro

Endlich … ein weiterer Schritt in Richtung ARM64.

2 Monate musste ich warten, bis “mein” Pinebook Pro von Pine64 endlich geliefert werden konnte, doch nun besitze ich einen Linux basierten Laptop, mit dem auch die mobile Programmierung möglich wird.


Eigentlich mochte ich meinen Pi-Top … doch etwas war darauf nicht so lustig: Nämlich größere Codeprojekte zu bearbeiten. Denn der enthaltene Raspberry PI 3B+ verhindert mit seinem einzelnen 1 GB RAM, dass IDEs und Buildprozesse stabil laufen.

Und nachdem der Raspberry PI 4 mit einem anderen Layout inkompatibel zum Laptopformat war, blieb meine Motivation mit dem PI 3 “mehr” darauf zu machen recht gering.

Pine64

Nach dem PinePhone, dem Pinecil und der PineTime habe ich ein weiteres Geschwisterchen der Pine64 Familie bestellt.
Ich machte bereits letztes Jahr den Fehler, das Gerät nicht zu bestellen und musste nun über ein halbes Jahr warten, bis es überhaupt wieder produziert wurde und kaufte schließlich eines der neuen Geräte (mit ANSI Tastatur).
Auch hier verzögerte sich die Lieferung von Juni/Juli auf die erste Augustwoche, doch nun ist der Laptop endlich da.

Pinebook Pro

220 Dollar ist der aktuelle Kaufpreis und DHL verrechnete noch weitere 70 Euro an Einfuhrzöllen. Hier bin ich fast schwer beeindruckt, wie unkompliziert diese Zahlung per Link und PayPal war, sodass der Lieferung keine 5 Minuten aufgehalten wurde. Ich wünschte, das wäre immer so einfach bei Importen.

Daten und Leistung

  • 6 Kerne (2x 1.8GHzm 4x 1.4GHz)
  • 4 GB RAM
  • 64 GB eMMC
  • 1080p Display

Das übertrifft den Raspberry PI 3B und auch Modell 4 bei weitem und sollte mir ein völlig neues mobiles Arbeiten ermöglichen.
Und trotzdem bemerkte ich, dass ein Visual Studio Code schon seine Zeit brauchte, um geladen zu werden und um Code “einzufärben”.
Ich vermute, dass hier aber eher das eMMC Modul ein Flaschenhals war, denn beim Kompilieren übertraf die ARM-Maschine meinen alten i3-Laptop (4 logische Kerne) aus dem Jahr 2016.

Meine üblichen Videodateien in 720p Auflösung konnten problemlos abgespielt werden, und viel mehr brauche ich im Alltag auch nicht.

Kleine Mankos

Irgend etwas stimmt mit dem Audio-Modul nicht, denn wenn ein Sound abgespielt wird, erfolgt danach nach etwa 10 Sekunden ein ziemlich lautes Knacken, als hätte jemand einen fetten Kippschalter umgelegt.
Dieses “Abschalten” der internen Lautsprecher erschreckte mich am Anfang furchtbar, weil ich dachte, dass der Lithium-Akku aufgeplatzt wäre.

Ob das nun ein Softwareproblem ist oder einfach nur der Lautsprecher falsch verdrahtet ist, weiß ich nicht … aber mal sehen ob im Pine-Forum jemand etwas Ähnliches berichtet.

Manjaro Linux

Lange hatte ich schon überlegt Manjaro Linux auf dem PinePhone einzusetzen, doch mir gefiel die Tatsache eine “echtes” Alpine-Linux mit PostmarketOS einzusetzen.
Mit dem PineBook Pro kommt nun endlich mal eine Arch-Linux Distribution bei mir zum Einsatz.

Und diese Linux Variante gefällt mir bisher recht gut, weil sie vor allem optisch gut gestaltet ist und ich mir vorstellen kann, dass auch ein Anfänger sich gut darauf zurecht findet.

Fehlende Apps wie etwa ein Mailclient und Updates sind einfach per UI installierbar und alle anderen Pakete für spezielle Zwecke (wie Compiler und Development-Libs) lassen sich per
sudo pacman -S PACKNAME einrichten.

Einziges Manko hier war tatsächlich die Passwort-Vergabe.
Ich wechselte nämlich zuerst zum deutschen Tastaturlayout und tippte im Dialog ein paar Seiten später mein Passwort ein.
Doch beim ersten Login nach einem Neustart funktionierte das nicht.

Schnell wurde mir klar, dass die Sonderzeichen ursprünglich noch mit dem englischen Tastaturlayout eingetippt wurden. Eine passwd Aufruf korrigierte das Problem … doch diese unnötige Fehler schreckt womöglich neue Kunden ab.

Fazit

Von 2006 bis 2016 war ein Laptop an der Hälfte meiner Entwicklungen beteiligt. Danach folgte eine intensive Desktop-Zeit, da ich einfach nicht mehr mit einem Monitor auskomme und meine Geräte stets an Leistungsgrenzen stießen.

Ich hoffe, mein PineBook nun häufiger zu benutzen und wieder mobiler damit zu werden.

Vor allem wird mir die Linux ARM64 Platform die Gelegenheit bieten können ein paar Zeilen ARM64-Assembler zu lernen.
Und darauf freue ich mich schon ganz besonders.

Von daher mal ein:

Herzlich willkommen im Team!

an meinen neuen digitalen Gefährten. Der erste Eindruck ist ein guter. Und die paar Macken, bekommen wir schon noch in den Griff.