Harald Lesch und das Weltklima

Es gibt leider nur wenige prominente Menschen auf dieser Welt, denen ich uneingeschränkten Respekt gegenüberbringen kann.

Denn Personen wie ein Mahatma Gandhi wurden heute durch Berufspolitiker und Musik-Casting-Show-Gewinner ersetzt.

Idealisten sind selten geworden, und deshalb freue ich mich, wenn der Astrophysikprofessor Harald Lesch seine Erfahrungen und auch seine Meinungen mit der Welt teilt und sowohl mit der Fachwelt wie auch mit uns einfachen Menschen verständlich und trotzdem auf hohem Niveau diskutiert.


Meine Damen und Herren, bitte sehen sie selbst:

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Dieser Mann bereitet mir eigentlich immer ein schlechtes Gewissen. Denn er beweist uns, dass die zunehmende Erkrankung unseres Planeten nicht ausschließlich durch die Schwerindustrie produziert wird, sondern dass besonders wir Europäer gemeinsam mit den USA durch unseren enormen Energieverbrauch diesen Verfall bewusst beschleunigen.

Ich liebe die Technik und möchte am liebsten jedes Mainboard und jeden Chip einmal in der Hand gehalten haben. Doch dabei vergesse ich, dass jede Komponente nicht nur massig Strom frisst, sonder dass auch deren Erzeugung energiehungrig ist und nur durch giftige chemische Prozesse möglich gemacht wird.

Das sehen wir natürlich nicht, denn der Strom aus der Steckdose ist geruchs- und geschmacklos und wenn die Fabrikationsabwässer chinesische Flüsse in leblose totbringende Giftsenken verwandeln, bekomme ich das vorerst an der schönen blauen Donau nicht mit.

Und während sich amerikanische Politiker darauf ausreden, dass die Klimaerwärmung eine reine Erfindung sei um der Wirtschaft zu schaden, berichtet mir meine Mutter, dass sie unlängst ihre Tränen nicht zurückhalten konnte, als nun einer der letzten Wälder, in dem sie als Kind noch eifrig die inzwischen nicht mehr auffindbaren Walderdbeeren pflückte, ebenfalls geschlägert werden musste.

Denn die jahrelange Dürre hatte alle Baumstämme derart geschwächt, dass sie vom extremen Käferbefall nicht mehr gerettet werden konnten.
Und so wird unser nördliches Waldviertel, das vor 100 Jahren noch keine 100 Meter ohne Baum kannte, sich bald einen neuen Namen suchen müssen, weil nur noch ein kläglicher Rest der Fläche von Wäldern bedeckt ist.

Harald Lesch warnt daher zu Recht, dass seine und auch meine Generation vollkommen versagt haben. Denn wir wissen seit 50 Jahren, wie schlecht es um die Welt stehen wird, wenn wir nicht aufhören chemische Abfälle und massenweise CO2 in die Umwelt zu blasen.

Und wenn ich eine Prognose sehe, die im Jahr 2100 den Kontinent Afrika als “unbewohnbar” einstuft, da die Temperaturen um 10-20 höher sind, dann möchte ich mir das daraus folgende menschliche Chaos gar nicht erst vorstellen.

Denn neben Hunger- und Hitze-Toten werden sich Menschenmassen in Bewegung setzen, die unsere heutige Flüchtlingskriese in den Schatten stellen wird.

Und wenn ich dann heute schon politische Meinungen in der Mehrheit sehe, die zu meiner tiefen Schande offen darüber sprechen (dürfen!), dass sie Menschen “konzentriert” in “Lagern” unterbringen wollen, bis man sie endlich wieder abschieben kann, dann möchte ich am liebsten ebenso meinen Kopf in den Sand stecken.
Denn ein solches Zukunftsbild kann und ich will ich mir nicht weiter ausmalen.

Und was kann ich nun tun?

Zum Glück gibt uns der gute Harald auch ein paar Denkaufgaben mit.

Anstatt seine Freizeit sprichwörtlich totzuschlagen und eine Flugreise nach der anderen anzusetzen, sollte wir mal wieder vor unserer eigenen Haustüre kehren.

Anstatt mit dem Auto zum Paketshop zu fahren, sollten wir mal die 10 bis 30 Minuten zu Fuß gehen und uns dann nicht zusätzlich noch ein elektrisches Laufband in die Wohnung stellen, damit wir unsere 6000 Schritte pro Tag schaffen.

Und ich sollte… nein, ich werde aufhören mir sprichwörtlich jeden Blödsinn ins Haus liefern zu lassen, nur damit ich es auch einmal gesehen habe.
Und anstatt mir kleine Sensorboxen auszudrucken, die Batterien wie Kartoffelchips fressen, werde ich meinen Grips nutzen müssen.

Es muss sich doch ein Weg finden lassen, wie ich mit etwas Solarstrom und einer stromsparenden Codefolge ebenso meine Technikhobbies umsetzen kann, ohne dass ich ständig weitere Säurezellen in die Müllsammlung werfe!

Für seine großartigen Präsentationen und wie auch sein Lebenswerk als Physiker und Philosoph kann ich Harald Lesch, der bei mir und vielen anderen die Gedanken ins Rollen gebracht hat, ganz herzlich danken!