Raspberry Pi Zero 2 W

Wenn man für 10 Dollar 1 mal 1 GHz bekommt, dann bekommt man für 15 Dollar …
… 4 x 1 GHz.

So ist es zumindest beim neuen Raspberry Pi Zero 2 W, der seit kurzem verfügbar ist.
Den musste ich selbstverständlich haben.


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Wenn man 2 SD Karten oder 3 Nintendo-Switch Module nebeneinander legt, bekommt man in etwa die Ausmaße eines Raspberry PI Zero.
Und wenn man bedenkt, dass auf dieser Größe ein ganzer PC sitzt, der mit einem Gigahertz getaktet war, dann ist das bereits mehr als großartig.

Mit dem PI Zero 2 findet auf der gleichen Größe nun ein 4-Kern Prozessor Platz, der auch die Rechenleistung des Winzlings vervierfachen kann.

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Nachteil: 512 MB zu wenig zum Kompilieren

Die Freude wird leider nur dadurch etwas getrübt, dass der RAM mit 512 MB leider genau so klein geblieben ist, wie im Vorgängermodell.
Und dass ist (für mich) tatsächlich ein größeres Problem, denn gerade beim Kompilieren von Software bedeutet jeder zusätzliche Kern die Notwendigkeit von zusätzlichem RAM.

Bereits auf meinem Raspberry PI 2 mit 1 GB RAM musste ich das Kompilieren auf 1-2 Kerne reduzieren, weil ansonsten zu viel RAM von den Prozessen parallel in Anspruch genommen wird, was das System instabil werden lassen kann.

Der RPi Zero kam mit einem Kern und den 512 MB zurecht, brauchte aber ewig. Hier hätte der RPi Zero 2 mit 4 Kernen hart zuschlagen können, doch wegen des zu geringen RAMs muss ich auch darauf den Compiler auf einen Kern herunterdrosseln.

Vorteil: Embedded Software

Wenn man aber mit embedded-Diensten arbeitet, die wenig RAM fressen, wie z.B. schlanke Webserver, dann hat man mit dem Zero 2 seine Freude.

Denn während zB.: TLS/SSL Verbindungen auf dem Zero 1 single-threaded zum verzögerten Seitenaufbau führten, helfen die zusätzlichen Kerne des Zero 2 die Rechenlast besser abzufangen.
So lange man also die RAM Nutzung reduzieren kann, bedeutet das Modell also einen deutlichen Performance-Gewinn.

Das fällt auch bei Tools wie webmin auf, wenn im Hintergrund ein anderer Dienst werkt. Beim RPi Zero 1 verlangsamte sich unmittelbar die Webseite und genau das passierte mir beim RPi Zero 2 nun nicht mehr (bzw. seltener).

Stromaufnahme

Die wichtigste Frage für mich war:

Kann ich den Zero 2 vom USB Anschluss meines PCs betreiben.

Die grundsätzlich Antwort: Ja, aber.

Da die Empfehlung bei 1 - 2 Ampere für das Netzteil liegt, reichen die 500 mA von USB 2 nicht vollständig.
Ein GUI Betrieb mit Browser wird also nicht möglich sein.
Doch wenn man den Zero 2 als Webserver für Sensoren nutzt und die Software keine langen CPU Spitzen produziert, ist der USB Betrieb durchaus denkbar.

Zumindest in meinen Test klappte das Hochfahren vom schwachen PC-USB-Port aus immer problemlos und dabei kommt ja auch eine “üblich” Auslastung zusammen.

Fazit

Der Raspberry Pi ist und bleibt meine Lieblingsplattform unter den SoCs (System-onC-hip). Das liegt grundsätzlich am geringen Stromverbrauch im Verhältnis zur Allwinner Konkurrenz und natürlich auch an der guten Softwareunterstützung.

Mit dem Zero 2 wurde die Pi Familie um ein nützliches Geschwisterchen erweitert, das überall dort eingesetzt werden kann, wo es für Zero 1 knapp wurde.

Mit Flagschiffen wie dem Raspberry Pi 4 kann der kleine Zero 2 aber natürlich nicht mithalten … aber das hat auch keiner von ihm verlangt.

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Wenn sich eine triviale Erkenntnis mit Dummheit in der Interpretation paart, dann gibt es in der Regel Kollateralschäden in der Anwendung.
frei zitiert nach A. Van der Bellen
... also dann paaren wir mal eine komplexe Erkenntnis mit Klugheit in der Interpretation!